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(zu Erfahrungsbericht)

 

Erfahrungsbericht:
Tragbarer digitaler Audiorecorder DR-100 von Tascam

Tragbarer Digitalrecorder mit vielen Funktionen

Tascam DR-100 Draufsicht  222Eine Werbung von VSH Klaus Furtner weckte kürzlich unser Interesse an dem tragbaren Digitalrecorder DR-100 von Tascam. Für ein paar Tage konnten wir mit dem Audio-Recorder Erfahrungen sammeln, den VSH derzeit für 333 Euro anbietet. Ergebnis: Die technischen Eigenschaften und das Preis-Leistungs-Verhältnis haben uns begeistert. Bezüglich der Bedienphilosophie muss man sich mit neuen Funktionen vertraut machen, die erst die digitale Technik möglich macht.

Tascam DR-100 mit SD-Karte 222Der kleine tragbare Recorder von Tascam speichert die Audioinformationen auf einer SD-Karte. SD-Karten mit bis zu
16 GByte wurden bereits erfolgreich von Tascam getestet. Die maximale Größe  einer Datei kann 2 GByte betragen. Ohne Batterien und ohne Akku wiegt der fernbedienbare DR-100, eingebettet in ein Gehäuse aus Kunststoff, ca. 290 g. Eine ausführliche Bedienungsanleitung in mehreren Sprachen, u.a. auch in Deutsch, liefert der Hersteller mit. Die vielen Abbildungen erleichtern das Verständnis der Bedienung und Aufnahmekontrolle.

Tascam DR-100 Kopfseite 222Das Design des Recorders ist geprägt von zwei Mikrofonen an der Stirnseite - mit je zwei Bügel gut vor Beschädigung geschützt - einem beleuchtbaren LC-Display, diversen Kurzhubtasten sowie einem Stellrad mit Aluminiumoberfläche. Einen professionellen Charakter verleihen dem Recorder zwei XLR-Mikrofoneingangsbuchsen im Boden mit schaltbarer 48 V Phantomspeisung für Kondensatormikrofone. Ebenso die vielen Bedienelemente, wobei die Schiebeschalter und das Tandempotentiometer professionell versenkt angeordnet sind. Ein Gewinde im Gehäuse erlaubt die Befestigung des DR-100 auf einem Stativ mit 1/4-Zoll-Schraube.

Die digitale Aufzeichnungstechnik verdrängte die aufwändige Mechanik aus den Audiorecordern mit der Folge, dass die elektrische Leistungsaufnahme rapide abnahm. Für diesen Recorder nennt der Hersteller eine maximale Leistungsaufnahme von 5,5 W, die sich bei MP3-Wiedergabe auf 1,7 W reduziert.

Tascam DR-100 mit Akku 222Zum Recorder liefert Tascam den Lithium-Ionen-Akku BP-L2 mit, der für etwa 5 h Aufnahme/Wiedergabe reicht. In einem zusätzlichen Fach an der Rückseite des DR-100 haben zwei NiMH-Akkus oder Alkaline-Batterien der Größe AA Platz. Hintergrund: Bei einer langen Aufnahmesitzung schaltet die Elektronik im Gerät automatisch von der Hauptstromquelle auf die Nebenstromquelle um, so dass ein unterbrechungsfreier Betrieb gewährleistet ist. Ist die Nebenstromquelle aktiv, kann man die Hauptstromquelle austauschen usw. Welche Stromquelle Haupt- oder Nebenstromquelle sein soll, das lässt sich im Menü bestimmen. Bei Austausch der Akkus während der Aufnahme mit den Mikrofonen empfiehlt sich ein behutsames
Vorgehen. Die unvermeidbaren Geräusche dabei sollen die Aufnahme nur minimal stören.

Das Laden des Akkus erfolgt über ein USB-Kabel von einem Computer aus. Etwa 6 h Ladezeit muss man einkalkulieren. Optional ist für den DR-100 ein externes Netzteil lieferbar. Damit dauert das Laden des Akkus nur 3 h.

Wichtig: Wenn der Recorder im ausgeschalteten Zustand über ein USB-Kabel mit einem Computer verbunden wird, sind keine anderen Funktionen am DR-100 nutzbar. Es erfolgt ausschließlich das Laden des Akkus. Schließt man den Recorder in eingeschaltetem Zustand über ein USB-Kabel an einen Computer an, so erkennt ihn der Computer als externe Festplatte, mit der dann ein bidirektionaler Datenaustausch möglich ist. Parallel dazu erfolgt die Ladung des Akkus.

Der tragbare Recorder bietet mehrere Aufnahmemöglichkeiten: Mikrofon-Aufnahme entweder unidirektional mit den beiden umklammerten “Schronsteinen“, omnidirektional mit zwei kleinen Mikrofonen über dem Display oder über zwei externe Mikrofone mit XLR-Stecker. Die vierte Aufnahmemöglichkeit liefert der Line-Eingang. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Audiodateien über die USB-Verbindung auf die Speicherkarte zu übertragen oder die Speicherkarte in einem externen Gerät zu bespielen, um sie anschließend beispielsweise per Overdub-Funktion mit eigenen Tonsignalen zu ergänzen.

Tascam DR-100Schalter  222Der Mic Gain-Schiebeschalter an der Rückseite verfügt über drei Positionen: Low, Middle und High. Diese Angaben beziehen sich auf die grobe Bereichswahl bezüglich der Mikrofonverstärkung.

 

Die Feineinstellung der Signalpegel sowie die Balance zwischen linkem und rechtem Kanal lassen sich über den Tandempegelsteller an der rechten Gehäuseseite vornehmen.
Tascam DR-100Tandemregler 222Unterhalb des Mic Gain-Schalters befindet sich der Schalter Auto/Limiter. In Stellung „On“ ist die automatische Pegelkontrolle aktiv. In Stellung „Off“ signalisiert die Peak-LED, links neben dem Display, durch Leuchten einen zu hohen Eingangspegel, was zu Verzerrungen bei der Aufnahme führt.

Zwei Aufnahmeformate stehen zur Verfügung: WAV oder MP3. WAV mit den Bitraten 16 Bit oder 24 Bit, MP3 mit den Datenraten 32/64/128/196/256/320 kBit/s. An Sample-Raten bietet der Recorder 44,1 kHz, 48 kHz oder 96 kHz. Die maximale Größe einer digitalen Audiodatei ist einstellbar zwischen 64 MByte und 2 GByte. Überschreitet die Datenmenge die vorgegebene Kapazität, so erstellt der Recorder automatisch im selben Ordner eine neue Datei und führt dort die Aufnahme übergangslos fort. Bei der Wiedergabe tritt an den Übergängen von einer Datei zur nächsten keine Störung auf. Der Übergang erfolgt „seamless“.

Seinen professionellen Anspruch beweist der DR-100 u.a. auch durch das zuschaltbare Trittschallfilter zum Unterdrücken tieffrequenter Störgeräusche, wie z.B. das Brummen von einer Klimaanlage.

Die Funktion „Verzögerte Aufnahme“ verhindert, dass die Körperschallgeräusche vom Betätigen der Kurzhubtasten im Einschaltmoment aufgezeichnet werden. Die Aufnahme startet somit erst ca. 0,3 s nach Auslösen der Rec-Funktion.

Die Funktion „Vorgezogene Aufnahme“ hält in einem Speicher kontinuierlich die Ereignisse der letzten zwei Sekunden vor der Aufnahme fest und stellt sie nach dem Aufnahmestart dem Aufnahmebeginn voran. Hat man beispielsweise den Beginn einer Aufführung um 1s verpasst – keine Panik, die Elektronik hat doch die
2 s aus dem Pufferspeicher dem Aufnahmestart vorangestellt.

Die Funktion „Overdub-Aufnahme“ mischt ein bereits auf der SD-Karte gespeichertes Tonereignis mit einem weiteren zusammen und erstellt daraus eine neue Datei. Die bereits vorhandene Datei bleibt selbstverständlich im Original erhalten. Dass Overdub aktiv ist erkennt man u.a. daran, dass z.B. die Mikrofone bereits aktiv sind, obwohl die Aufnahme noch nicht gestartet wurde. Die Mikros müssen deshalb aktiv sein, damit man das hinzuzufügende Schallereignis an das bereits vorhandene Schallereignis vorab pegelmäßig anpassen kann.

Das erste Betätigen der Rec-Taste versetzt den Recorder in Aufnahmebereitschaft. Der Rec-Taste ist eine rot leuchtende LED hinterlegt. Sie signalisiert durch Blinken den Status Aufnahmebereitschaft. Erst nach dem zweiten Antippen der Rec-Taste startet die Aufnahme und die Rec-LED leuchtet kontinuierlich.

Option: Damit unerwünschte Pausen nicht aufgezeichnet werden, schaltet der Recorder ab einem minimalen Pegel, der per Menü wählbar ist, auf Rec-Pause. Trifft bei den Mikrofonen wieder ein Schallsignal
ein, so schaltet das Gerät von Rec-Pause auf Aufnahme, sofern der ebenfalls per Menü manuell vorgegebene Einschalt-Schallpegel vom neuen Schallereignis überschritten wird. Dafür, dass bei leisen Passagen nicht unruhig zwischen Pause und Aufnahme umgeschaltet wird, besitzt der Recorder eine zwischen 1 und 5 Sekunden, in 1-Sekunden-Schritten einstellbare Verzögerung. Auf die automatischen Reaktionen des Recorders auf einen zu niedrigen Eingangspegel haben die Entwickler besonders großen Wert gelegt. Vermutlich stand dabei die optimale Nutzung der Speicherkapazität im Vordergrund.

Das Setzen von Marken, zum schnellen Auffinden dieser Stellen im Rahmen der späteren Wiedergabe, erfolgt komfortabel nur durch Antippen der Taste „Enter/Mark“ inmitten der Wahlscheibe.

Nach einem Doppelklick auf die Rec-Taste schließt der Recorder die gerade aufgenommene Datei ab und speichert die weiteren Schallereignisse sofort in einer neuen Datei. Musikern, die gerade ein neues Stück einstudieren, erleichtert diese einfache Vorgehensweise enorm, um das Eingespielte danach schnell wieder zu finden. Das Betätigen der „Sprungtaste rechts“ während einer Aufnahme lässt ebenfalls sofort eine neue Datei entstehen. Diese Vorgehensweise ist noch einfacher auszuführen als der Doppelklick auf die Rec-Taste.

Wird vom Operator kein spezieller Ordner für das Speichern der aufzunehmenden Dateien bestimmt, schreibt das Gerät neue Daten in den Ordner „Music“, der bereits auf einer formatierten SD-Karte angelegt ist. Über das Display lassen sich die Aufnahmepegel in Form einer horizontalen Balkenanzeige verfolgen.

Mehrere der o.g. Einstellungen müssen bereits vorab innerhalb des Menüs vorgenommen werden, das über das Display visuell mit dem Nutzer kommuniziert. Über die Darstellungen von Daten und Hinweisen im Display ließe sich lange diskutieren. Für mein Empfinden ist die Displayanzeige total überladen und das Sichtfenster dafür zu klein. Die Darstellungen mancher Hinweise lassen sich mit einem kurzen Blick auf das LC-Display kaum identifizieren. Anzeigen, für die eine ständige Darstellung wünschenswert wäre, wie z.B. bei Wiedergabe die Einblendung der Marken oder der Szenenabschnitte, damit man unmittelbar sieht, wo man sich gerade im Zeitfenster befindet, blendet das Display jedoch schon nach kurzer Zeit wieder aus. Daran lässt sich erkennen, dass Tascam im Rahmen der Gerätekonzeption den Schwerpunkt auf die Aufnahme verlagert hat.

Die Bediensoftware des Recorders basiert auf einer professionellen Logik, mit der sich der unbefangene Nutzer erst vertraut machen muss. Für die Systementwickler digitaler Geräte ist die Bedienung stets eine Gradwanderung: Die Funktionswahl soll mit wenig Bedienelementen so einfach wie nur möglich sein, es sollen häufig gebrauchte Funktionen mit einem Knopfdruck sofort zur Verfügung stehen, die Bedienung soll der Praxis folgend logisch ablaufen, Mehrfachfunktionen einer Taste sind zu vermeiden, die Bedienelemente sollen funktionssicher mit den Fingern aktivierbar sein usw. Zu jedem Bedienelement gehört eine gut lesbare, verständliche Funktionsbeschriftung.

Diesen vielen Forderungen stehen die schier unzähligen Funktionen gegenüber, die heute mit der digitalen Technik in den neuen Audiorecordern erzielbar sind. Beispiel: Drückt man die „Sprungtaste links“ in der Mitte einer Datei, springt man in der Funktion „Wiedergabe zum Beginn der Datei“ zurück. Betätigt man dieselbe Taste am Anfang der Datei, springt man zum Beginn der vorhergehenden Datei.

Aus dieser Sicht bleibt verständlich, dass die Anzeige im Display systembedingt überladen wirken muss.

Tascam DR-100 Draufsicht Tastatur 222Verwirrend erscheint am DR-100
zunächst, dass z.B. die „Sprungtaste links“ auch noch die Enter-Funktion beim Arbeiten im Menü auslöst, obwohl sich im Zentrum der Wahlscheibe bereits eine Taste mit der Bezeichnung Enter/Mark befindet. Diese Lösung war ein Zugeständnis der Entwickler an die Wünsche der Profis.
Andererseits: Manche systembedingte Überscheidungen lassen sich einfach nicht verhindern.

Sehr wichtig ist es bei Tonaufnahmen, während der Aufnahme bestimmte Stellen markieren zu können. Anhand dieser Marken findet der Nutzer die markierten Stellen schnell wieder. Der DR-100 bietet für diese Aufgabe mehrere Lösungen - sowohl automatische als auch manuelle. Der Sprung zu einer Marke erfolgt bei der Wiedergabe durch gleichzeitiges Betätigen von zwei Tasten, nämlich der „Enter/Mark“-Taste und einer der beiden Sprungtasten. Das Display stellt die Marken mit einer feinen Linie am Verlaufsbalken dar.

Unter den vielen weiteren nützlichen Funktionen, die der Recorder bietet, sei nur noch die Loop-Wiedergabe hervorgehoben. Das Eingrenzen der Loop-Sequenz funktioniert sensationell einfach. Ebenso das Verlassen der Loop durch Antippen der Loop-Taste während der Wiedergabe.

Tascam DR-100 Kopfhörerbuchse und Regler  223Den Lautstärkesteller für den Kopfhörerausgang möglichst nahe an der Kopfhörerbuchse anzuordnen ist zwar löblich, nur sollte bedacht werden, dass dann der Klinkenstecker des Kopfhörers die Bedienung des Rändelrades für das Lautstärke-Poti behindern kann. Oder aber: Buchse und Regler vertauscht anordnen. Der eingebaute Lautsprecher für Mono-Wiedergabe befriedigt nur geringe Ansprüche, erfüllt aber den ihm angedachten Zweck.

Tascam DR-100 rechte Seite 222Der tragbare Audiorecorder DR-100 hat sich bei unseren Tests gut bewährt. Wir erzielten damit beste technische Aufnahmeergebnisse. Mit der Bedienung des DR-100 machten wir uns trotz der vielen Funktionen und Bedienelemente schnell vertraut. Das sind auch die wesentliche Gründe dafür, dass der DR-100 mit zu den erfolgreichsten Recordern von Tascam zählt und ihn Journalisten gerne einsetzen.

Tascam DR-100 Unterseite 222Schade, dass man sich nicht vollends auf die Anzeige der Ladekapazität der netzunabhängigen Stromversorgung verlassen kann. Für ein Gerät, das überwiegend mit Akkus betrieben wird, ist eine verlässliche Anzeige des Ladezustandes eigentlich eine unumstößliche Grundvoraussetzung. Andererseits: Bei einem netzunabhängigen Einsatz zählt es zur Pflicht des Anwenders, immer einen zweiten geladenen Akku zur Reserve dabei zu haben. Mit der vernünftigen Entscheidung, das Gerät im Notfall auch mit AA-Batterien, die weltweit erhältlich sind, betrieben zu können, beweist Tascam seine praxisorientierte Kundennähe.

Der Käufer des digitalen Audiorecorders DR-100 von Tascam wird beim ersten Durchblättern der Bedienungsanleitung überrascht sein von der Funktionsvielfalt dieses tragbaren Recorders.                      R. Auer

Weitere Infos: Video System Haus - Klaus Furtner
eMail: info@vsh-online.com

 

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